Das Buch «Akademischer Antisemitismus» von Andreas Jacobs und Richard Ottinger (Hrsg.) trägt den Untertitel: «Wie Forschung und Lehre Judenhass begründen und verbreiten». Zehn Autorinnen und Autoren beschreiben dieses hoch aktuelle Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.
Der Verlag schreibt zum Buch «Akademischer Antisemitismus»:
«In erschreckendem Ausmaß sind deutsche Hochschulen seit dem Massaker des 7. Oktober 2023 Schauplätze antisemitischer Übergriffe. Jüdische Studenten werden attackiert, Universitätsräume beschmiert und verwüstet, Veranstaltungen zu jüdischem Leben und zu Israel abgesagt. Nicht selten geschieht dies mit Schützenhilfe von Professoren, Lehrbeauftragten und Wissenschaftlichen Mitarbeitern. Es gibt eine direkte Verbindung zwischen der im 20. Jahrhundert entstandenen künstlerischen, kulturellen und intellektuellen Bewegung der postmodernen Theorie und der aktuellen Vielfalt an Judenhass. Dieser „akademische“ Antisemitismus zeichnet sich vorrangig durch Judenhass und antisemitische Israelkritik unter dem Deckmantel rationaler Analyse und wissenschaftlichen Auftretens aus. Er bildet den theoretischen Begründungsrahmen für antisemitischen Aktivismus und Israelfeindschaft. Dieser Sammelband beleuchtet die postmodern beeinflussten Debatten u. a. im Postkolonialismus, in den Genderstudien, den Orientwissenschaften, den Genozidwissenschaften und dem Völkerrecht.»
Folgende Einzelbeiträge bilden den Inhalt des Buches «Akademischer Antisemitismus»:
► «Gebildeter Antisemitismus – Vor und nach dem 7. Oktober 2023» (Johannes Sosada).
► «Kontinuitäten. Antijudaismus, Antisemitismus, Israelfeindlichkeit in Wissenschaft und Forschung» (Dani Kranz).
► «Parolen postkolonialer Israelfeindschaft – eine Skizze» (Ingo Elbe)
► «Die ideengeschichtlichen Wurzeln des Antisemitismus in der linken Israelkritik (Hendrik Hansen).
► «Mit Adorno für Israel. Kritische Theorie gegen linken Antizionismus und Islamogauchisme» (Stephan Grigat).
► «Die jüngere Queerfeminist*in spricht“ antizionistisch. Queerer Antifeminismus und der Hass auf Israel (Vojin Saša Vukadinović).
► «Israelfeindschaft in Ethnologie und Orientwissenschaft « (Susanne Schröter).
► «Antisemitismus unter Muslimen» (Günther Jikeli).
► «Kampf um Deutungshoheiten. Der Völkermordvorwurf aus der Holocaust- und Genozidforschung» (Verena Buser).
► «Israel als der Jude unter den Staaten. Antisemitismus im Völkerrecht» (Angelika Günzel).
Akademischer Antisemitismus ist kein neues Phänomen. Im Nachgang zum Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 hat es sich aber verschärft und ist sichtbarer geworden. Dieses Buch bietet einen guten Einblick in die verschiedenen Aspekte und ist sehr lesenswert. Die Ideologisierung der Wissenschaft, die sich hier zeigt, ist höchst problematisch und verlangt nach Gegenmassnahmen. Dazu muss das Phänomen «Akademischer Antisemitismus» aber zuerst einmal verstanden werden. Die Autorinnen und Autoren dieses Buches leisten dazu einen wertvollen Beitrag.
Quelle:
«Akademischer Antisemitismus – Wie Forschung und Lehre Judenhass begründen und verbreiten», von Andreas Jacobs und Richard Ottinger (Hrsg.), Hentrich & Hentrich Verlag 2026.
Siehe auch:
Postkolonialismus: Ideologie und Aktivismus erobern Universitäten
Wie Postkolonialismus Antisemitismus fördert und Terror legitimiert