Ein Kernanliegen der Gender-Ideologie ist es, das biologische Geschlecht durch Geschlechtsidentität zu ersetzen. Damit sind die Aktivisten weit gekommen, zum Beispiel wenn in Deutschland und der Schweiz jeder Mensch durch einen simplen Sprechakt das biologische Geschlecht in staatlichen Dokumenten durch ein gefühltes Geschlecht («Geschlechtsidentität) ersetzen kann. Gender-Ideologie wird aber auch schon seit Jahren an Universitäten gelehrt und hat sich in Medien, Bildungsinstitutionen und NGOs etabliert. Ein illustratives Beispiel dazu liefert die Sendung SRF Kids des Schweizer Fernsehens (SRG).
Hier dazu Details:
SRF Kids zieht alle Register der Transgender-Ideologie
Die Sendung SRF Kids richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 6 – 14 Jahren. Am 21. 7. 2026 geht es unter dem Titel «Wer bin ich?» um «Geschlechtsidentität».
Der Text startet mit der Frage:
«Wer bin ich? Vielleicht hast du dich das auch schon einmal gefragt: Wer bin ich eigentlich? Fühle ich mich als Mädchen, als Junge oder vielleicht weder noch?»
Da wird schon mal vorgespurt, dass es mehr geben soll als Junge oder Mädchen – und die Neugier geweckt.
Grosse Fragen seien das, schreibt die Autorin von SRF Kids, doch sie hat eine «gute Nachricht»:
«Dein Gefühl sagt dir, was für dich stimmt.»
Damit wird gleich zu Beginn klargestellt, dass das biologische Geschlecht irrelevant ist, und nur das «Gefühl» (die «Geschlechtsidentität») zählt.
Dieses «Gefühl» wird hier dogmatisiert und als unbezweifelbare Wahrheit gesetzt.
Aber wie weiss denn ein zehnjähriges Mädchen, wie sich ein Junge fühlt, damit es erkennen kann, dass es sich als Junge fühlt?
SRF Kids kann das alles erklären:
«Bei der Geburt wird anhand der körperlichen Merkmale entschieden, ob ein Baby als Mädchen oder Junge eingetragen wird. Viele Personen fühlen sich später mit diesem Geschlecht wohl. Einige Menschen merken jedoch mit der Zeit, dass dies für sie nicht stimmt. Das nennt man Geschlechtsidentität. Sie beschreibt, wie du dich im Inneren fühlst, unabhängig davon, was andere über dich denken.»
Das ist reinste Transgender-Ideologie: Geschlechtsidentität beschreibt also, wie du dich im Inneren fühlst, unabhängig davon, was andere über dich denken. Dieses «Gefühl» wird hier wie ein Schatz aus dem tiefsten Inneren beschrieben, der gänzlich unabhängig vom sozialen Umfeld existiert, und weiss, was richtig ist. Gefühle werden aber von vielen Faktoren beeinflusst, verändern sich, und stehen in Interaktion mit dem sozialen Umfeld. Ebenso ist «Identität» nicht ein fertiges Gebilde. Sie entwickelt sich, verändert sich.
SRF Kids sakralisiert Geschlechtsidentität
SRF Kids sakralisiert ganz im Einklang mit der Transgender-Ideologie die Geschlechtsidentität und macht sie damit unhinterfragbar.
Das hat gravierende Folgen: Wenn zum Beispiel Eltern skeptisch sind, ob ihre Tochter in Wahrheit ein Junge ist, und sich Sorgen machen über einen allenfalls anstehenden hormonellen und operativen «Umbau» ihres Kindes, werden sie von transaktivistischen Beratungsstellen und transaktivistisch geprägten Medizinern und Psychotherapeuten oft als schädlich für die Entwicklung des «Transkindes» diffamiert und ausgegrenzt.
Zur Sakralisierung der Identität hat die Soziologin Marlene Müller-Brandeck ein erhellendes Buch geschrieben: «Die Sakralisierung der Identität – eine Soziologie der Identitätspolitik» Buchvorstellung hier.
SRF Kids fährt fort:
«Geschlechtervielfalt ist nichts Neues. Forschende gehen davon aus, dass es Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten schon immer und überall gegeben hat. Vor vielen Jahren begannen Menschen aber an vielen Orten alle Identitäten ausser «Frau» und «Mann» zu unterdrücken. Heute wird auch bei uns wieder offener über Geschlechtervielfalt gesprochen und viele Menschen trauen sich, so zu leben, wie sie sich fühlen.»
Das ist nicht ganz falsch. Fraglos wurden und werden zum Beispiel homosexuelle Menschen in vielen Weltgegenden unterdrückt. Homosexualität als sexuelle Orientierung steht aber nicht ausserhalb des binären Geschlechtersystems von «Frau» und «Mann». Also was sind genau die «Identitäten ausser ‘Frau’ und ‘Mann’», die an vielen Orten und vor vielen Jahren schon unterdrückt wurden? Etwas mehr Klarheit wäre da wünschenswert. Oder geht es in diesem Abschnitt einfach darum, ein angeblich so repressives heteronormatives System schlecht zu machen? Schon etwas nebulös dieser Abschnitt.
Doch dann wird es wieder konkreter und lebensnaher. SRF Kids bringt ein Interview mit dem 8jährigen «Transmädchen» Nala. Die Reporterin erklärt, dass Nala weiss, dass sie ein Mädchen ist, obwohl ihr bei der Geburt ein anderes Geschlecht zugewiesen wurde, nämlich das eines Jungen.
Wer davon ausgeht, dass Geschlecht nach der Geburt (willkürlich?) zugewiesen wird, steckt tief in transaktivistischer Ideologie. Dass Geschlecht nach der Geburt festgestellt wird, darf in dieser Ideologie nicht sein. Damit würde je etwas Biologisches festgelegt….
Im Interview bestätigt Nala präzis das transaktivistische Credo und erklärt: Transkinder sind wie ein ganz normaler Mensch, nur ein bisschen anders. Man ist halt einfach das, was man sich fühlt, und nicht das wie der Körper ist.
Dieses Kind hat als 8jährige(r) offenbar schon eine grosse Portion Trans-Ideologie aufgesogen.
Geschlechtsidentität als Dogma
Glaubt man den Ausführungen von SRF Kids in diesen Beiträgen, dann gibt es für den Fall, dass ein Kind oder Jugendlicher sich nicht wohl fühlt mit dem eigenen Geschlecht, nur eine Erklärung: Die Geschlechtsidentität passt nicht zum bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Pubertätskrise, Schwierigkeiten mit Geschlechtsstereotypen, erste Ahnungen betreffend sich zeigender homosexueller Neigungen, Mobbing in der Schule, bei Mädchen erste Erfahrungen mit sexistischen Kommentaren oder Übergriffen, depressive Phasen…
Alles irrelevant. Die einzige zugelassene Interpretation entspricht der Trans-Ideologie. Das ist komplett dogmatisch und reduktionistisch.
Einseitige Ratschläge und wirre Tipps von SRF Kids
Für Kinder und Jugendliche die nach dem Hören der Sendung etwas verwirrt sind, führt SRF Kids sechs Beratungsstellen auf, die weiterhelfen können. Die aufgeführten Beratungsstellen sind klar identitätspolitisch bzw. transaktivistisch aufgestellt. Sie werden mit allergrösster Wahrscheinlichkeit eine affirmative Herangehensweise an den Tag legen, also den Weg hin zu einem «Geschlechtswechsel» fraglos unterstützen. Und sie werden Ratsuchende zu affirmativ vorgehenden Ärzten und Psychotherapeuten verweisen.
Zur Problematik des affirmativen Modells siehe:
Transgender-Beratung sollte ergebnisoffen statt aktivistisch-affirmativ sein
SRF Kids gibt den 6 – 14 jährigen auch noch hilfreiche Tipps für den Umgang mit transaktivistischen Pronomen wie they, dey, hen.
Die Redaktion bietet zudem Hilfestellungen, wie die Kinder und Jugendlichen das binäre Geschlechtersystem sprachlich umgehen können:
Statt Jungs und Mädchen – Kinder, Jugendliche.
Statt Mama und Papa – Eltern.
Statt Bruder und Schwester – Geschwister.
Statt Frauen und Männer – erwachsene Menschen
Statt Lehrer und Lehrerin – Lehrpersonen.
So wird die Welt der 6 – 14jährigen doch gleich schöner und inklusiver…..
Nicht herangewagt hat sich SRF Kids in seiner Aufstellung an die schwerwiegende Frage, wie sich das Wort «Frau» ersetzen lässt. Das ist auch in der transaktivistischen Szene durchaus umstritten. Es mangelt aber nicht an ernsthaften Vorschlägen wie «menstruierende Personen» oder «Mensch mit Bonusloch». Die Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling wird übrigens von der transaktivistischen Szene genau deshalb als transphob diffamiert, weil sie solche Frau-Eliminierungs-Versuche spöttisch kommentiert hat. Siehe: Transaktivismus: Diffamierung als Methode?
Fazit:
SRF Kids erklärt Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 14 Jahren, dass das biologische Geschlecht irrelevant ist und nur Geschlechtsidentität zählt. Die Beiträge vermitteln eine ideologische Transgender-Sprache. Empfohlen werden ausschliesslich transaktivistische, affirmative Beratungsstellen. Mit dieser völlig unkritischen Darstellung legt SRF Kids eine Basis, auf der vulnerable Kinder und Jugendliche später zügig den Weg zu Pubertätsblockern, gegengeschlechtlichen Hormonen und Operationen bzw. Amputationen gehen. Das führt zu lebenslangen Abhängigkeiten von Medizin und Pharmaindustrie.
Da die Wirksamkeit und Sicherheit dieser hoch invasiven Behandlungsmethoden wissenschaftlich nicht belegt sind, handelt SRF Kids bei diesem Thema fahrlässig und lässt die nötige Verantwortung für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen vermissen.
Siehe dazu:
Medizin auf Abwegen: Geschlechtsanpassung bei Minderjährigen
Das Schweizer Fernsehen» (SRF) liefert in vielen Bereichen auch fundierten, seriösen Journalismus. Es gibt aber auch Sendungen, die tief von identitätspolitischen Ideologien geprägt sind. SRF Kids gehört zu diesen Irrläufern und ist hochgradig einseitig und ideologisch verblendet. Unakzeptabel für einen «Service-Public-Sender».
In ihren Publizistischen Leitlinien hält die SRG fest:
«Wir überprüfen unsere Inhalte, Themen- und Gästewahl, Ansätze und Fragestellungen gezielt auf Biases, «blinde Flecken» oder systematische Einseitigkeiten. Dazu wenden wir bewusst «Debiasing»-Methoden an, wie die Wissenschaft sie vorschlägt.»
Eine solche Überprüfung ist hier fällig.
Quelle:
«SRF Kids Reporter:in»- Wer bin ich?
Für Fragen und Anregungen zu dieser Sendung können Sie sich gerne an den SRG-Publikumsservice wenden.
Siehe ausserdem:
Transaktivismus bzw. Identitätspolitik zeigen eine Reihe von religionsanalogen Merkmalen:
Was Identitätspolitik mit Religion verbindet