Alexej Nawalny Alexej Nawalny ist in der Strafkolonie gestorben. Das meldete am 16. Februar 2024 der russische Strafvollzugsdienst FSIN. Als Oppositionspolitiker und Kämpfer gegen die Korruption forderte er wie kein Zweiter das System Putin heraus. Im Jahr 2020 überlebte er nur knapp eine Vergiftung mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok und wurde zur Behandlung nach Deutschland ausgeflogen. Doch bereits im Januar 2021 kehrte Nawalny in seine Heimat zurück – obwohl Recherchen seines Teams nahelegten, dass der Gifanschlag offenbar in staatlichem Auftrag geschah und ihm in Russland Schlimmes droht. Noch am Moskauer Flughafen wurde er festgenommen und kurz darauf zu mehreren Jahren Haft verurteilt. In seiner berühmt gewordenen Rede vor Gericht beschrieb er das Kalkül der Machthaber im Kreml so: „Einen einsperren, um Millionen einzuschüchtern“.
Informatives Dossier zu Alexej Nawalny auf der Plattform Dekoder
Die Plattform Dekoder hat Hintergrundartikel und Interviews zusammengestellt zu Alexej Nawalny, seiner Tätigkeit und seiner Wahrnehmung in Russland. Dekoder bringt russischen und belarussischen Journalismus und wissenschaftliche Expertise aus europäischen Universitäten auf eine gemeinsame Plattform. Die vielfältigen Beiträge helfen mit, ein adäquates und ausreichend differenziertes Russlandbild zu vermitteln. Dekoder übersetzt unabhängige (nicht vom Staat gesteuerte) Medien aus Russland und Belarus und erschliesst so einen neuen Informationskanal: den direkten Zugang auf den russischen und belarussischen zivilgesellschaftlichen Diskurs. Dekoder bieten aber zugleich auch einen Zugriff auf die Kompetenz universitärer Forschungsinstitute.
Die vielfältigen Beiträge im Dossier zu Alexej Nawalny geben einen Einblick in die russische Oppositionsbewegung und die äusserst schwierigen Bedingungen, in denen sie aktiv ist.
Nawalny war keine Lichtgestalt. Er vertrat vor allem in seinen frühen Jahren zum Beispiel auch problematische nationalistische Positionen, die er aber später abschwächte. Er war aber sehr mutig und hat das mit seinem Leben bezahlt. Er skizzierte für Russland einen Weg aus dem «imperialen Autoritarismus» und gab vielen Menschen in Russland Hoffnung. Zum Trauergottesdienst im Bezirk Marjino und zur anschließenden Beerdigung auf dem Borissowski-Friedhof kamen Zehntausende Menschen. Hunderttausende verfolgten die Geschehnisse online im Livestream.
Vor allem den Leuten im Westen, die nach allen Schandtaten das Putin-Regime immer noch reinwaschen wollen oder gar glorifizieren, könnte das Dekoder-Dossier zu Alexej Nawalny die Augen öffnen. Aber Putin-Influencer wie zum Beispiel der Weltwoche-Verleger Roger Köppel werden ihr verqueres Weltbild wohl bewahren wollen und sich von Kompetenz und Expertise aus erster Hand fernhalten.
Hier geht’s zum Dossier über Alexej Navalny.
Auf der Plattform Dekoder gibt es eine grosse Zahl von informativen Beiträgen zu Russland und Belarus. Stöbern lohnt sich.
Zu Entwicklung in Russland hat Andrey Gurkov ein lesenswertes Buch geschrieben:
Buchtipp: «Für Russland ist Europa der Feind», von Andrey Gurkov
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