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Mohr, Mohrenkopf, Mohrenapotheke – darf man das noch sagen?

20. August 2025

Identitätspolitisch aufgeladene Aktivisten glauben, durch Veränderung und Reglementierung von Sprache die Welt von Übeln wie Rassismus und Sexismus reinigen zu können. Das funktioniert zwar in der Realität nicht, gibt aber den Aktivisten das Gefühl, moralisch auf der richtigen Seite zu stehen. So kommt es regelmässig zum Kampf um bestimmte Wörter. Mohr, Mohrenkopf, Mohrenapotheke – das sind solche tabuisierten Wörter, die ersetzt werden sollen. Es geht dabei um reine Symbolpolitik, aber Identitätspolitik ist halt ein Kult, der inzwischen erhebliche Bedeutung erlangt hat.

Woher stammt der Begriff «Mohr»?

Zum Begriff «Mohr» hat sich Prinz Asfa-Wossen Asserate in der NZZ am Sonntag geäussert, der Grossneffe des letzten Kaisers von Äthiopien:

«Der Namen Mohr kommt vom spanischen moros und war nicht negativ besetzt., obwohl moros oder Mauren Muslime waren; die ersten Afrikaner kamen mit der Besetzung Spaniens nach Europa. Europäische Herrscher haben im Mittelalter einen schwarzen Heiligen so sehr verehrt, dass sie ihn in ihre Wappen aufnahmen. Der heilige Mauritius ist im Wappen von Coburg zu finden oder im königlichen Wappen von Sachsen. Mit den ‘Mohrenapotheken’ und ‘Mohrengassen’ in Deutschland habe ich deshalb kein Problem.»

Asfa-Wossen Asserate nennt sich selbst einen «alten schwarzen Mann»:

«Woke Menschen reden oft von ‘alten weissen Männern’, da wollte ich spielerisch auf meine persönliche Position hinweisen und sagen, ja, es sind nicht nur die alten weissen Männer, die euch etwas Entgegengesetzes zu sagen haben.»

Prinz Asfa-Wossen Asserate kam 1668 zum Studium aus Addis Abeba nach Tübingen. Er ist Unternehmensberater für Afrika und den Mittleren Osten, politischer Analyst und Autor.

Ein «Mohr» war früher ein schöner afrikanischer Mann

Der Historiker Valentin Groebner erklärt in der Neuen Osnabrücker Zeitung zum Umgang mit Begriffen wie «Mohrenkopf» oder «Mohr»:

«Ich werde das Gefühl nicht los, dass eine unangenehm gewalttätige Vergangenheit nachträglich gereinigt werden soll. Nur funktioniert das leider nicht. Wir haben diese Vergangenheit. Westeuropa hat über Jahrhunderte von extremer Ausbeutung profitiert. Die Geschichte von Kolonialwaren, von Baumwolle, Kaffee, Zucker, Schokolade ist eine Geschichte der Gewalt. Das ändert sich nicht, wenn heute ein Mohrenkopf von einer Verpackung oder einer Fassade verschwindet. Im Gegenteil, historische Zusammenhänge werden übertüncht, ohne dass es an den Produktionsverhältnissen etwas ändern würde, weder an denen von damals noch von heute, die immer noch alles andere als fair sind.»

Auch dazu hat Asfa-Wossen Asserate sich im NZZ-Interview geäussert:

„Einmal sagte ich einer jungen Aktivistin, ich möchte nicht darüber diskutieren, ob das Wort Mohr rassistisch sei, sondern lieber darüber, wie wir in unserer Gesellschaft echte Integration bewerkstelligen können. Da beschied sie mir, das sei whataboutism, ein rhetorisches Ablenkungsmanöver. Mir scheint aber: Während wir uns im Streit um Formulierungen verbeissen, gerät die Veränderung der Welt aus dem Blick.“

Das ist eine ziemlich treffende Beschreibung der Identitätspolitik.

Sprachmagie, Sprachpolitik und Moralspektakel

Der Philosoph Philipp Hübl befasst sich in seinem Buch «Moralspektakel» mit den sprachmagischen Vorstellungen der Identitätspolitik. Die «Annahme, dass man die Welt verbessern kann, indem man die Art und Weise verändert, in der man über sie spricht», hält er für ein Unterfangen, das auf Wunschdenken beruht: «Menschen ändern ihre moralischen Einstellungen nicht, nur weil man Wörter austauscht…..

Tatsächlich sind es die Einstellungen, die sich ändern müssen, nicht die Worte, die zu ändern oft nur billige Ersatzhandlungen darstellen.»

Philipp Hübl kommt zum Schluss:

«Wenn es keine Belege für die Wirksamkeit von Sprachpolitik gibt, dann ist das ein untrügliches Zeichen, dass es eigentlich um etwas anderes geht – darum, mit einem aufwendigen Sprachcode seine Gruppenzugehörigkeit zu signalisieren, auch wenn einige sich einreden mögen, tatsächlich moralisch wertvolle Arbeit zu leisten.»

Quellen:

NZZ am Sonntag, 40/2021

«Moralspektakel – Wie die richtige Haltung zum Statussymbol wurde und warum das die Welt nicht besser macht», von Philipp Hübl, Siedler Verlag 2024.

„Rassismus ist nicht spezifisch weiß und europäisch“ (Neue Osnabrücker Zeitung)

Siehe auch:

►  Was ist Identitätspolitik?

► Identitätspolitik unterminiert Demokratie und Rechtsstaat

► So wie «Mohr» identitätspolitisch zum Tabuwort gemacht wurde, ist das auch mit dem Wort «Indianer» passiert:

Identitätspolitik: Darf man noch «Indianer» sagen?

Die Stadt Zürich will das Buch «Zigeuner» nicht so nennen

Kategorie: Identitätspolitik Stichworte: Demokratie, Deutschland, Europa, Identitätspolitik, Indianer, Mohr, Moralspektakel, Philipp Hübl, Rassismus, Rechtsstaat, Sexismus, Sprachmagie, Sprachpolitik, Woke

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