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Idiokratie ersetzt Demokratie?

18. August 2025

Der Begriff „Idiokratie“ setzt sich aus den Wörtern „Idiot“ und „Demokratie“ zusammen. Er beschreibt eine Form der Regierung oder Gesellschaft, in der die Dummheit oder Ignoranz der Bevölkerung zu einer schlechten Regierungsführung führt. Häufig wird der Begriff verwendet, um eine Gesellschaft zu kritisieren, in der uninformierte oder unvernünftige Entscheidungen getroffen werden, die negative Auswirkungen auf das Gemeinwohl haben.

Der Begriff «Ideokratie» wurde durch den gleichnamigen Film „Idiocracy“ populär, der eine dystopische Zukunft darstellt, in der die Intelligenz der Menschheit stark abgenommen hat. In diesem Kontext wird häufig darauf hingewiesen, wie wichtig Bildung und kritisches Denken für eine funktionierende Demokratie sind.

Die USA als Vorreiter auf dem Weg in die Idiokratie?

Die Finanzexpertin, Juristin und Amerika-Kennerin Sandra Navidi beschreibt in ihrem Buch, wie über die letzten Jahrzehnte die Bevölkerung in den USA verdummt wurde. Und zwar mit Reality-TV-Kultur, mit Social Media, mit der Banalisierung von News, wo alles nur noch zu niedrigschwelliger Unterhaltung degradiert wird.

Angesichts der politischen Unaufgeklärtheit und Apathie bei gleichzeitiger hedonistischer Dekadenz habe sie sich häufig an das Konzept «Brot und Spiele» erinnert gefühlt, schreibt Navidi im Abschnitt mit dem bezeichnenden Titel «Mit Vollspass in die Idiokratie». Dort weisst sich auch eindringlich auf die Beschreibungen von Aldous Huxley in seinem Buch «Brave New World Revisited» hin:

«George Orwell warnte in seinem Klassiker 1984 vor Unterdrückung. Er sorgte sich um Bücherverbote, Informationssanktionierung, Zensur, die Vorenthaltung der Wahrheit durch die Regierung und die Freiheitsberaubung der Kultur. Weiterhin befürchtete er, dass Menschen mittels Bestrafung kontrolliert würden. Demgegenüber verwies Aldous Huxley in seinem Buch Brave New World Revisited darauf, dass dies voraussichtlich gar nicht notwendig sein würde, weil die Menschheit bereits allein durch Zerstreuung kontrolliert werden würde. Es bedürfe keines Big Brothers, um die Menschen ihrer Autonomie zu berauben. Seiner Auffassung nach würden sich diese aufgrund von Technologien, die sie ihrer Fähigkeit zum freien Denken berauben, freiwillig in die Unterdrückung fügen und diese sogar bevorzugen. Die Vorenthaltung von Büchern sei irrelevant, weil sowieso niemand mehr lesen wolle. Im Unterschied zu Orwell befürchtete Huxley, dass eine völlige Informationsüberflutung zu Passivität und Egoismus führen werde.  Die Wahrheit werde in einem Meer von Irrelevanz untergehen und die Kultur in völlige Trivialität abdriften. Diejenigen, die vor Tyrannei warnten, unterschätzten den unendlichen Hunger der Menschen nach Unterhaltung, so Huxley. Laut Huxley ist im Technologiezeitalter geistige Verkümmerung also eher durch Verführung als durch Unterdrückung zu befürchten. Big Brother überwacht uns nicht, sondern wir geben uns ihm freiwillig hin.

Leider könnte es sich herausstellen, dass sowohl Orwell als auch Huxley recht hatten.» (Seite 263/264)

Steve Bannon, der ehemalige Chefstratege von Donald Trump, empfiehlt passen dazu, man solle die «Zone mit Scheisse fluten»:

«Die wirkliche Opposition sind die Medien. Und die Art, mit ihnen fertig zu werden, besteht darin, die Zone mit Scheiße zu überfluten.»

Wie kann man dem Trend zum Idiokratie entgegenwirken?

Um der Entwicklung hin zu einer „Idiokratie“ entgegenzuwirken, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden:

  1. Bildung fördern: Eine qualitativ hochwertige Bildung ist entscheidend. Investitionen in Schulen, Universitäten und Weiterbildungsmöglichkeiten können helfen, das kritische Denken und die Problemlösungsfähigkeiten der Bevölkerung zu stärken. Dazu ist allerdings anzumerken, dass grosse Teile der Geistes-, Kultur und Sozialwissenschaften an den Universitäten inzwischen stark durch identitätspolitische Ideologien eingefärbt sind, wodurch wissenschaftliche Standards unterminiert werden. Sie dazu:
    Identitätspolitik unterminiert Wissenschaft.
  2. Medienkompetenz schulen: In Zeiten von Fake News und Desinformation ist es wichtig, dass Menschen lernen, Informationen kritisch zu bewerten und Quellen zu hinterfragen.
  3. Bürgerengagement: Die Förderung von politischem Engagement und die Beteiligung an Diskussionen und Wahlen können dazu beitragen, dass informierte Entscheidungen getroffen werden.
  4. Zugang zu Informationen: Die Bereitstellung von leicht zugänglichen, verlässlichen Informationen zu wichtigen Themen kann Menschen helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
  5. Förderung von Wissenschaft und Forschung: Unterstützung für wissenschaftliche Forschung und deren Integration in die öffentliche Diskussion kann helfen, evidenzbasierte Entscheidungen zu fördern.
  6. Kritisches Denken lehren: Programme, die kritisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten fördern, können helfen, die Denkweise junger Menschen zu verbessern.

Es spricht viel dafür, dass diese sechs Punkte der Entwicklung einer Idiokratie vorbeugen könnten. Allerdings stellt sich die Frage, wie man mit solchen Angeboten Menschen erreicht, die daran gar kein Interesse haben.

Nachtrag zum Ausdruck «Idiot»:

Der Ausdruck «Idiot» wird heute allgemein als Schimpfwort verwendet und bezeichnet einen dummen Menschen. Das altgriechische Wort «idiotes» wurde in der Antike dagegen eher im Sinne von «Privatperson» eingesetzt. Im Stadtstaat, der Polis, wurden damit Personen bezeichnet, die sich aus öffentlichen-politischen Angelegenheiten heraushielten und keine Ämter wahrnahmen, auch wenn ihnen dies möglich war. In der Attischen Demokratie, die auf informierten und aktiven Bürgern (Politai) basierte, waren die Idiotai wenig geschätzt. Man wurde als Idiotes geboren und blieb es, sofern nicht Erziehung und Bildung den politisch bewussten Bürger schufen.

Nachtrag zum Ausdruck «Idiot»:

Der Ausdruck «Idiot» wird heute allgemein als Schimpfwort verwendet und bezeichnet einen dummen Menschen. Das altgriechische Wort «idiotes» wurde in der Antike dagegen eher im Sinne von «Privatperson» eingesetzt. Im Stadtstaat, der Polis, wurden damit Personen bezeichnet, die sich aus öffentlichen-politischen Angelegenheiten heraushielten und keine Ämter wahrnahmen, auch wenn ihnen dies möglich war. In der Attischen Demokratie, die auf informierten und aktiven Bürgern (Politai) basierte, waren die Idiotai wenig geschätzt. Man kam als Idiotes zur Welt und blieb es, sofern nicht Erziehung und Bildung den politisch bewussten Bürger schufen. Im Lateinischen verschob sich die Bedeutung des Wortes hin zu „Laie“, auch „Pfuscher“, „Stümper“, „unwissender Mensch“. Später wurde der Begriff allgemein auf Laien oder Personen mit einem tiefen Bildungsgrad angewandt. Nimmt man die antiken Wurzeln des Wortes Idiot auf, könnte die Idiokratie auch dadurch gefördert werden, dass immer mehr Menschen sich nur noch um ihr «Privatgärtchen» kümmern und gesellschaftliche Fragen ignorieren.

Quellen:

«Die DNA der USA -Wie tickt Amerika?», von Sandra Navidi, FBW Verlag 2022.

Beitrag zum Stichwort «Idiot» auf Wikipedia.

Beitrag zum Stichwort «Steve Bannon» auf Wikipedia

US-Expertin: „Die Tech-Titanen wollen die Weltherrschaft“ (Interview mit Sandra Navidi, in «Der Standard»)

Recherche unterstützt durch Ecosia AI.

Siehe auch:

Bürgertugenden – weshalb sie für Demokratien wichtig sind

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