Die Ausschreibung zum Termin am 19. November ist hier zu finden.
Der Infotreff Identitätspolitik bietet eine Reihe von Veranstaltungen, um Verständnis und Kompetenz für dieses Thema aufzubauen und an die Gesellschaft weiterzuvermitteln. Vorkenntnisse sind nicht nötig, jedoch auch kein Hindernis. Es geht um Vernetzung und Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen sowie um Nachdenken über Strategien in Bezug auf Identitätspolitik.
Ein Schwerpunkt am 2. Oktober wird der Einfluss von postkolonialen Theorien an Universitäten sein. Aus diesem Kontext kommen zum Beispiel Vorstellungen, dass Wissenschaft nur ein Herrschaftssystem alter weisser Männer ist, das andere Wissenssysteme unterdrückt. Das hat zum Beispiel zur Forderung geführt, dass in Neuseeland Maori-Mythen über die Entstehung des Lebens gleichberechtigt mit Evolutionstheorie in den Biologie-Lehrplan gehören sollen. Postkoloniale Einflüsse waren auch entscheidend, dass an vielen westlichen Universitäten (z. B. auch in Bern) das Pogrom vom 7. Oktober 2023 in Südisrael bejubelt wurde – und zwar schon vor dem Einmarsch der Armee in den Gazastreifen am 27. Oktober.
PD Dr. Ingo Elbe (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) hat zu diesem Thema ein Grundlagenwerk veröffentlicht: «Antisemitismus und postkoloniale Theorie». Das Buch ist umfangreich und komplex, doch gibt es gute Vorträge von Ingo Elbe auch YouTube, die besser verständlich sind. Zur Buchzusammenfassung und zu den YouTube-Vorträgen geht’s hier.
Wie Postkolonialismus die Darstellung von Geschichte in „Völkerkundemuseen“ verzerrt, hat Mathias Brodkorb im Buch „Postkoloniale Mythen“ beschrieben. Buchbesprechung und zwei YouTube-Gespräche hier.
Das sind bedenkliche Beispiele für ideologische Unterwanderungen von Universitäten.
Wir werden am Infotreff vom 2. Oktober zudem die 30 interessantesten Bücher zum Thema Identitätspolitik ausstellen.
Der Anlass wird organisiert durch Pro-Demokratie.Info/ Martin Koradi und findet im Kulturzentrum «Alte Kaserne» an der Technikumstrasse 8 in Winterthur statt (19.00 – 21.00 Uhr).
Ein weiterer Infotreff Identitätspolitik in der „Alten Kaserne“ (19.00 – 21.00 Uhr) findet am 19. November 2025.
Was ist Identitätspolitik?
Identitätspolitik hat in den letzten Jahren stark an Einfluss auf die Gesellschaft gewonnen. Das zeigt sich beispielsweise an heftig geführten Auseinandersetzungen rund um «Gender-Sternchen» und geschlechtsneutrale Toiletten. Die Konzepte, Theorien und Überzeugungen, auf denen Identitätspolitik gründen, gehen jedoch weit über diese Themen hinaus und sind den meisten Menschen nicht bekannt. Das ist bedauerlich, denn über Identitätspolitik und ihren Einfluss auf die Gesellschaft sollte dringend offen diskutiert werden. Der Infotreff Identitätspolitik gibt dazu einen guten Rahmen.
Hier geht’s zu Einführungstexten zum Thema Identitätspolitik und ihrem Einfluss auf Demokratie und Wissenschaftsfreiheit:
Identitätspolitik unterminiert Demokratie und Rechtsstaat
Identitätspolitik und Postfaktualismus greifen Basis der Wissenschaft an
Identitätspolitik unterminiert Wissenschaft
Was Identitätspolitik mit Religion verbindet
Standpunkttheorie der Identitätspolitik unterminiert Wissenschaft und Demokratie
Identitätspolitik versus Universalismus
Mark Lilla: Identitätspolitik verhalf Trump zur Wahl
Richard Rorty – seine Kritik an Identitätspolitik
Yascha Mounk zu Identitätspolitik versus Universalismus
