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Prof. Markus Rieger zur Identitätspolitik: Ideologie statt Wissenschaft

4. Februar 2026

Der Deutschlandfunk hat ein Interview veröffentlich mit dem Erziehungswissenschaftler Prof. Markus Rieger-Ladich zum Thema Identitätspolitik. Das Gespräch ist beispielhaft für den Umgang vieler Medien mit dieser Problematik. Heikle Punkte werden komplett ausgespart und die Journalistin und vermeidet kritische Nachfragen.

Auch Markus Rieger geht an keinem Punkt des Interviews auf konkrete Kritik an linker Identitätspolitik ein.

Kritik an Identitätspolitik wird ausschliesslich als von rechter bis rechtsextremer Seite kommend oder/und als Verteidigung weisser Privilegien hingestellt. Dass es auch Kritik von linker, liberaler und universalistischer Seite gibt fällt unter den Tisch. So einfach kann man es sich machen. Es braucht dann keine Argumente. Pauschale Diffamierung der Kritik reicht.

Es wird in dem Gespräch beklagt, dass US-Firmen auf Druck von Trump Diversity-Programme gestrichen haben. Ja, Trump ist ein autoritärer Rüpel. Aber warum wird nicht erwähnt, dass es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, dass Diversity-Programme den angeblich damit geförderten Minderheiten auch nützen? Das zeigen nämlich mehrere Metaanalysen. In Gegenteil, es gibt Hinweise darauf, dass sie eher schaden.

Siehe dazu hier:

Trump-Regierung verlangt Stop der Diversitätsprogramme französischer Firmen

Zum Interview geht’s hier:

Pädagoge kritisiert rechte Umdeutung von Identitätspolitik (Deutschlandfunk)

Markus Rieger und Deutschlandfunk liefern Ideologie statt Wissenschaft

Von einem Wissenschaftler wie Markus Rieger könnte man doch erwarten, dass er die Datenlage zu mindestens anspricht. Oder wozu ist er im Radio? Das Gespräch bietet Ideologie im Gewand von Wissenschaft. Das ist bei weitem kein Einzelfall, denn sowohl Medienleute als auch viele Geistes- und Sozialwissenschaftler sind schon vom Studium her stark identitätspolitisch eingefärbt und damit einseitig ideologisiert.

Die Verfassung wird im Gespräch zudem für die Identitätspolitik vereinnahmt, aber die Verfassungen demokratischer Staaten sind universalistisch fundiert. Identitätspolitik und Universalismus sind Gegensätze.

Der Politikwissenschaftler Yascha Mounk unterhält sich im «Philosophischen Radio» auf WDR5 mit dem Moderator Jürgen Wiebicke über den Gegensatz zwischen Universalismus und Identitätspolitik:

https://pro-demokratie.info/yascha-mounk-identitaetspolitik-universalismus/

Und hier meine Text zum Thema: Identitätspolitik versus Universalismus

Diese billige Art, Kritik an Identitätspolitik pauschal als «rechts» zu diffamieren und jede weitere Kritik zu ignorieren ist erbärmlich. Es wäre beispielsweise interessant gewesen zu hören, wie Prof. Markus Rieger zur Standpunkttheorie steht, einem von vielen kritischen Punkten der Identitätspolitik. Siehe dazu:

Standpunkttheorie der Identitätspolitik unterminiert Wissenschaft und Demokratie

Und hier Beispiele für Kritik an Identitätspolitik aus linker und linksliberaler Perspektive, die im Interview unter den Tisch fällt:

☛ «Identitätspolitik» von Bernd Stegemann, Matthes & Seitz Verlag Berlin 2023. Siehe dazu auch: Buchbesprechung und Zitate.

☛ «Links ≠ woke», von Susan Neiman, Hanser Verlag 2023. Buchbesprechung  und Zitate.

☛  «Kampf der Identitäten – Für eine Rückbesinnung auf linke Ideale», von Jan Feddersen und Philipp Gessler, Ch. Links Verlag 2021. Buchbesprechung und Zitate.

Kategorie: Identitätspolitik Stichworte: Argumente, Bernd Stegemann, Demokratie, Diversit, Diversitätsprogramme, Diversity-Programme, Identitätspolitik, Ideologie, Jan Feddersen, Markus Riefer, Minderheiten, Philipp Gessler, Privilegien, Sozialwissenschaftler, Standpunkttheorie, Susan Neiman, Trump, Universalismus, Wissenschaft, Yascha Mounk

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