Der Tages-Anzeiger hat ein lesenswertes Interview veröffentlicht mit dem österreichischen Publizisten Paul Lendvai. Er zeigt darin auf, wie die FPÖ die Unabhängigkeit Österreichs gefährdet:
«Das Schlimmste an der FPÖ ist ihre grosse Offenheit für russischen Einfluss. Die Zeit, während der sie an der Macht war, hat gezeigt, welche Folgen das für die Sicherheit des Landes, für Polizei und Nachrichtendienste hatte. Hinzu kommen ihre Demagogie und die Tatsache, dass Fachleute kaum zum Zug kommen. Die Partei trägt auch die Last ihrer Vergangenheit – viele ihrer Abgeordneten folgen einer grossdeutschen Linie. Besonders besorgniserregend ist zudem das Abkommen mit Putins Partei «Einiges Russland», das bis heute offenbar nie klar gekündigt wurde. Die FPÖ lehnt Sanktionen gegen Russland ab und verliess sogar das Parlament, als der ukrainische Präsident dort sprach. All das gefährdet die Unabhängigkeit Österreichs.
Freiheit und Unabhängigkeit Österreichs verteidigen
Wem die Freiheit und Unabhängigkeit Österreichs wichtig ist, der sollte dazu beitragen, die FPÖ von der Macht fernzuhalten. Paul Lendvai sagt dazu:
«Man darf nie resignieren, man soll wachsam bleiben und mutig weiterkämpfen für die Demokratie. Man muss immer um die Freiheit fürchten. Darum muss man ständig für sie kämpfen und die Gefahren klar benennen.»
Quelle:
Jahrhundertzeuge Paul Lendvai:
«Man muss immer um die Freiheit fürchten. Darum muss man ständig für sie kämpfen»
(Tages-Anzeiger, Abo)
Wer ist Paul Lendvai?
Paul Lendvai kam in Ungarn zur Welt, überlebte den Holocaust, fiel 1953 einer stalinistischen Säuberungswelle zum Opfer und setzte sich 1957 in den Westen ab. Gegenüber Österreich empfindet er tiefe Dankbarkeit, weil dieses Land ihm mit 27 Jahren die Chance gegeben habe, ein völlig neues Leben zu beginnen. Er hat in seinem Leben Totalitarismus und Autokratie hautnah erfahren. Wenn er sich für Demokratie, Freiheit und die Unabhängigkeit Österreichs einsetzt, dann hat er eine hohe Glaubwürdigkeit. Er weiss, wovon er spricht, wenn er vor Autokraten-affinen Parteien wie der FPÖ warnt.
Eine weitere Zeitzeugin, die aus eigener Erfahrung weiss, was es heisst, in einer Diktatur zu leben, ist die im Rumänien Ceaușescus aufgewachsene Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Siehe dazu.
Demokratie darf uns nicht müde machen, sagt Herta Müller
Herta Müller warnt vor infantilem Verhältnis zum Staat
Vortrag: Herta Müller über «Politische Dämonen»
Zur Affinität der FPÖ zum Autokraten Putin siehe auch:
Putin-Handlanger: FPÖ-Mann Harald Vilimsky
Verblendete, leere Propaganda-Parolen der Putin-Sprechpuppen