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«Antimuslimischer Rassismus» als Totschlagargument und Kampfbegriff

28. Februar 2026

Mit dem Ausdruck «antimuslimischer Rassismus wird auf Vorurteile, Diskriminierung und Feindseligkeit gegenüber Muslimen oder dem Islam als Religion hingewiesen. Der Begriff wird zunehmend inflationär verwendet und von islamistischen Kreisen eingesetzt, um Kritik abzuwehren.

«Antimuslimischer Rassismus» beschreibt eine Form von Rassismus, die nicht nur wie die herkömmlichen Rassismus-Konzepte auf ethnischen oder nationalen Identitäten basiert, sondern auf religiöse Überzeugungen und kulturelle Praktiken ausgeweitet wird. Es ist also nicht mehr von der «jüdischen Rasse» oder den «Schwarzen» die Rede, sondern von einer Religion, und konkret insbesondere vom Islam. Während also der alte oder klassische Rassismus in Vorstellungen von Rasse, Hautfarbe, Eigenschaften oder Fähigkeiten gründet, die biologisch determiniert und unveränderlich waren, bezieht sich der «moderne Rassismus», auch «Neorassismus» genannt, auf kulturelle Unterschiede, Eigenheiten und Identitäten. Hier kommt ein Kulturrelativismus ins Spiel der dazu neigt, Toleranz auch gegenüber kulturellen Eigenarten wie beispielsweise die Verachtung von Frauen in einem Kulturkreis einzufordern.

«Antimuslimischer Rassismus» – ein Konzept zum Schutz gegen Kritik am Islamismus

Diese Ausweitung auf kulturelle und religiöse Phänomene verwässert das Rassismus-Konzept und hat vielfältige problematische Folgen. Manche Islamisten – und auch manche identitätspolitische Linke – verwenden den Vorwurf des «Antimuslimischen Rassismus», um Kritik an islamistisch-fundamentalistischen Auslegungen des Islam als Rassismus zu diffamieren. Denn welche Kritikerin, welcher Kritiker des Islamismus, der beispielsweise Verletzungen von Frauen- und Homosexuellenrechte durch diese Ideologie anprangert, will schon als Rassist dastehen.

Jan Feddersen und Philipp Gessler schreiben dazu in ihrem Buch «Kampf der Identitäten»:

«Obskur ist beim Konstrukt “Antimuslimischer Rassismus” auch, dass Religion in eigentlich säkularen Ländern plötzlich zu den besonders behüteten Dingen gehören soll. Fast alle oder zumindest sehr viel geistesgeschichtliche Aufklärung ist aus der Religionskritik erwachsen, aus dem intellektuellen Abschied von Göttern und religiösen Systemen – und ihrer Macht. Zwar können Glaubensinhalte eine einzelne Person sehr wohl prägen und wichtig für sie sein, aber kein Gott sollte, staatsrechtlich gesehen, höher stehen als beispielsweise das Grundgesetz……

Mit dem Schlagwort “antimuslimischer Rassismus” versuchen islamistisch-fundamentalistische Vertreter*innen und mit ihnen viele Linke, eine reaktionäre Lesart des Islam als die einzig mögliche zu stilisieren. Dabei werden demokratische und universalistische Werte des Westens gleich mit diskreditiert.»

Wie schief das Konzept «Antimuslimischer Rassismus» sei, zeige sich, wenn man vergleichsweise das Schlagwort eines «Antichristlichen Rassismus» konstruiere, schreiben Feddersen & Gessler.

 Die Kritik am Islamismus gehe gegen eine ideologisch-religiös-politische Ausrichtung einer Person, nicht gegen ein unveräusserliches Merkmal dieser Person. Da sei kein Rassismus zu finden:

«In der Argumentation, die dem Begriff “Antimuslimischer Rassismus” zugrunde liegt, werden Muslim*innen zu so etwas wie einer “race” fehlgedeutet, der Islam selbst zu einem irgendwie biologischen Merkmal, das unauflösbar zur Identität gehöre. Damit lässt sich “Antimuslimischer Rassismus” in Diskussionen als Totschlagargument verwenden. Gerade konservative, ja konservativste muslimische Gruppen benutzen das Konzept gern, um sich die Diskursvorteile der woken Bewegung zu sichern: Religion als schützenswerte und unkritisierbare Eigenschaft.»

Differenzierung zwischen Feindschaft und Kritik

Der Politikwissenschaftler und Soziologe Prof. Armin Pfahl-Traughber bezeichnet das Konzept des «Antimuslimischen Rassismus» wie auch das Schlagwort von der «Islamophobie» als «Hegemoniekonzepte denen es um eine inhaltliche Dominanz im öffentlichen Meinungsstreit geht, welche auf eine Immunisierung vor Kritik der Muslime im traditionellen Sinne hinausläuft.» Dies sei daran absehbar, dass frauenrechtliche Kritikerinnen oder reformorientierte Muslime mit extremistischen Propagandisten und populistischen Rechten in den gleichen Topf geworfen werden.

Pfahl-Traughber schlägt vor, Feindschaft gegenüber Muslimen besser als „Muslimenfeindlichkeit“ zu bezeichnen. Darüber hinaus bedürfe es einer grundsätzlichen Differenzierung von „Feindschaft“ und „Kritik“. Der Kritik gehe es um eine differenzierte Sicht, der Feindschaft um eine pauschale Verdammung:

«Daher gibt es eine aufklärerisch-menschenrechtliche Islamkritik, die von einer hetzerisch-fremdenfeindlichen Muslimenfeindschaft unterschieden werden kann, steht doch erstere für ein Menschenrecht und letztere für eine Menschenrechtsverletzung. Der Diskurs um „Islamophobie“ und „Antimuslimischer Rassismus“ ist demgegenüber von einer Sichtweise geprägt, welche argumentative Kritik an Kulturen diskreditiert und damit einen Menschenrechtsrelativismus auch gegen Muslime vorantreibt.»

Quellen:

«Kampf der Identitäten – Für eine Rückbesinnung auf linke Ideale», von Jan Feddersen und Philipp Gessler, Ch. Links Verlag 2021 (Seiten 116 – 118) Buchbesprechung und Zitate.

„Die neue Schweigespirale: Wie die Politisierung der Wissenschaft unsere Freiheit einschränkt“, von Ulrike Ackermann, wbgTheiss Verlag 2022. Siehe dazu auch: Buchbesprechung und Zitate.

«“Islamophobie“ und „Antimuslimischer Rassismus“», von Armin Pfahl-Traughber (hpd-Pressedienst)

Siehe auch:

Islamophobie als Kampfbegriff

Kategorie: Identitätspolitik, Islamismus Stichworte: Antimuslimischer Rassismus, Armin Pfahl-Traughber, Aufklärung, Freiheit, Grundgesetz, Homosexuellenrechte, Ideologie, Islam, Islamismus, Islamisten, Islamkritik, Islamophobie, Jan Feddersen, Kritik, Kulturrelativismus, Menschenrecht, Menschenrechtsrelativismus, Menschenrechtsverletzung, Muslime, Philipp Gessler, Rasse, Rassismus, Religion, Religionskritik, Ulrike Ackermann, Wissenschaft

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