Die politische Stimmung in den USA ist nach dem Mord an Charlie Kirk hochgradig aufgeheizt. Der «Spiegel» veröffentlicht dazu ein Interview mit dem Terrorismusexperten Michael Jensen, der seit Jahren zu Extremismus und politischer Gewalt in den USA forscht. Auf die Frage, ob sich eine breitere Gewalteskalation in den USA noch verhindern lässt, antwortet Michael Jensen:
«Das Wichtigste ist, wie die Regierung nun reagiert. Wenn sie die Rhetorik beruhigt, dann kann sich das umkehren. Aber was wir bisher gesehen haben, ist die Instrumentalisierung des Mords. Es wird auf eine Seite als die Schuldige gezeigt und es werden Repressionen angekündigt. Das ist sehr gefährlich. Das ist wie Öl ins Feuer zu gießen. So könnte es zu landesweiten Unruhen kommen.»
Donald Trump wird nicht in der Lage und wohl auch nicht willens sein, einer Gewalteskalation entgegenzuwirken. Es ist ein Spalter. Das ist sein Programm und sein politisches Erfolgsrezept. Für die US-amerikanische Demokratie sind das düstere Aussichten. Michael Jensen weist zudem auf ein weiteres Problem hin:
«Diese Regierung hat die Ressourcen für alle Programme zur Gewaltprävention im Land gekürzt. Endlich hatten wir erste Erfolge mit lokal ausgerichteten, gemeinschaftsbasierten Programmen erzielt, bei denen man in Onlineforen aktiv wurde, um auffällige Nutzer zu beruhigen oder um Desinformation zu bekämpfen. Doch Trumps Regierung hat die Finanzierung für fast all diese Programme gestrichen. Jetzt haben wir nicht mehr so viele Mittel zur Verfügung, um der Gewalt entgegenzuwirken, wie wir noch vor acht Monaten hatten.»
Donald Trump facht die Gewalteskalation an.
Trump nutzt das Attentat auf Charlie Kirk skrupellos für seine politische Agenda und den Ausbau autokratischer Herrschaft. Und er kennt dabei keine Grenzen. Es sieht auch nicht danach aus, als ob ihm dabei jemand die Stirn bieten würde. Alle Zeichen stehen auf Gewalteskalation. £Die MAGA-Bewegung braucht ins Groteske aufgeblasene Feindbilder, um sich auftuende Risse zu übertünchen. Die europäischen Demokratien müssen sich auf eine USA gefasst machen, die zu mindestens auf absehbare Zeit im politischen Chaos versinkt und in Richtung Autokratie taumelt. Ob sie da wieder rauskommen, ist ungewiss.
Quelle:
Nach Attentat auf Charlie Kirk: »Es könnte landesweit zu Unruhen kommen« (Spiegel)
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Siehe auch:
Trumps Versagen nach dem Mord an Charlie Kirk
Trumps USA auf dem Weg zur Diktatur