Wie ein Autokrat von Schlage Donald Trumps mit der Realität umgeht, zeigt sich gerade bei der Entlassung der Chefin der Statistikbehörde, Erika McEntarfer. Nach der Veröffentlichung schlechter Arbeitsmarkzahlen behauptet der US-Präsident, die Jobzahlen seien „gefälscht, um die Republikaner und mich schlecht aussehen zu lassen“. Belege für seine Unterstellung legte Trump nicht vor.
Wenn die Realität nicht zu seinem übergrossen Ego passt, dann kann sie nur gefälscht sein. Bei seinen Anhängern wird Trump mit diesem Manöver durchkommen. Wer viel Macht hat kann die Realität zu seinen Gunsten verbiegen. Allerdings besteht ein Risiko, mit dieser Strategie irgendwann an eine Wand zu fahren. Denn die Wand ist trotzdem da, auch wenn man sie weg lügt. Nur ist das dann bei einem US-Präsidenten nicht nur ein «Privatunfall», weil davon auch eine grosse Zahl von Menschen mitbetroffen sein kann.
Autokraten darf man mit solchen Manövern niemals durchkommen lassen. Oder noch besser: Derart gestörte Personen dürfen nicht in eine solche Position gewählt werden.
Und unter anderem auch deshalb ist Gewaltenteilung ein unverzichtbarer Kern der Demokratie.
Quelle:
USA: Trump entlässt Statistikchefin nach schlechten Arbeitsmarktzahlen (Zeit online)
Siehe:
Agitator, der – als Feind der Demokratie
Demagogie als Gefahr für die Demokratie
Gewaltenteilung – unverzichtbar für die Demokratie
«Die Achse der Autokraten – Korruption, Kontrolle, Propaganda: Wie Diktatoren sich gegenseitig an der Macht halten», von Anne Applebaum, Siedler Verlag 2024. Buchbeschreibung und Zitate.