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«Ausnahmezustand» – Hochschulen seit dem 7. Oktober 2023 (Buchtipp)

19. August 2026

Hochschulen in westlichen Ländern werden seit vielen Jahren durch postkolonialistische Theorien mit israelfeindlichen, antisemitischen Ideologien aufgeladen. Das zeigte sich unmittelbar nach den Massakern vom 7. Oktober 2023 durch Jubelfeiern an vielen Universitäten. Das Buch «Ausnahmezustand» zeigt die konkreten Auswirkungen dieser Ideologie in der Praxis durch vielfältige Berichte von Lehrenden und Studierenden.

Der Verlag schreibt zum Buch «Ausnahmezustand»:

«Deutschsprachige Hochschulen sind seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 kein sicherer Hort mehr für jüdisches Leben. Betroffene schildern, wie die Normalität von einst zerstört worden ist. Am 7. Oktober 2023 begann für jüdische Menschen eine neue Zeitrechnung. Auch jenseits der medial sichtbaren Fälle und hasserfüllten Demonstrationen auf den Straßen, öffentlichkeitswirksamen Besetzungen und Boykottaufrufen an Universitäten veränderte sich die Atmosphäre an vielen Hochschulen nachhaltig. Was machte diese Entwicklung mit jüdischen Menschen, die an diesen Hochschulen tätig sind? Inwiefern wurden ihr berufliches Selbstverständnis, ihre Position im akademischen Raum und ihre Lebensrealität beeinflusst? Welche Strategien entwickelten sie im Umgang mit Anfeindungen und institutionellen Unsicherheiten? In über sechzig Selbstzeugnissen von Mitgliedern des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie ihres Unterstützungskreises entwerfen Betroffene ein eindringliches Bild von Zurückweisung, Ausgrenzung und Vereinsamung in jener Lebenswelt, die sie einst als ihre geistige Heimat betrachtet hatten. Zugleich dokumentiert der Band die Handlungsfähigkeit der Beteiligten unter erschwerten Bedingungen. Das Buch eröffnet damit einen ebenso bestürzenden wie aufschlussreichen Blick auf die prekäre Lage jüdischer Hochschulangehöriger hinter den aufgeladenen Diskursen unserer Zeit.»

Zitate aus dem Buch «Ausnahmezustand»:

«Für viele Autor:innen dieses Bandes ist die Erkenntnis, dass ihre berufliche Heimat – der Ort der Aufklärung und universeller Werte – sie im Stich lässt, schmerzhafter als die offene Hetze der Aktivist:innen im universitären Raum. Es ist das Gefühl eines institutionellen Verrats, der die soziale Kohäsion nachhaltig untergräbt und jüdische Wissenschaftler:innen dazu zwingt, ihre Karrierewege, ihre Loyalität gegenüber dem akademischen System sowie ihre Zukunftsszenarien grundsätzlich zu hinterfragen.» (Seite 18)

«Die Universität, die sich als Hort der Ratio und des herrschaftsfreien Diskurses definiert, erlebt derzeit einen massiven Einbruch des Irrationalen. Wenn wissenschaftliche Veranstaltungen nur noch unter Polizeischutz stattfinden können oder aufgrund von “Sicherheitsbedenken” präventiv abgesagt werden, wenn Hassbotschaften und kontrafaktische Darstellungen unwidersprochen verbreitet werden können, ist dies mehr als eine organisatorische Hürde. Es ist im besseren Falle die Bestätigung einer fundamentalen Bedrohung wissenschaftlicher Freiheit, im schlechteren Falle die schon erfolgte Kapitulation der Vernunft vor der Einschüchterung.

Der Ausnahmezustand manifestiert sich darin, dass die Täter:innen durch ihre Aggression die Regeln des Raumes diktieren, während die Opfer, wie die Berichte zeigen, zur Deeskalation durch Selbst-Exklusion angehalten werden. Jüdische Identität wird im akademischen Diskurs vielerorts “securitized”: Sie wird nicht mehr als Teil der pluralen Normalität begriffen, sondern als ein zu mangendes Sicherheitsrisiko.»  (Seite 19)

«Dieser Essay und die ihm folgenden Beiträge sind kein blosses Lamento. Sie sind ein Alarmzeichen. Wenn die Hochschule es nicht vermag, jüdisches Leben in seiner vollen Sichtbarkeit und Sicherheit zu schützen, verliert sie ihre moralische und funktionale Daseinsberechtigung als freie Forschungseinrichtung.»  (Seite 19)

Fazit:

Der Band «Ausnahmezeit» umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Berichte von Betroffenen. Darunter hat es eine ganze Reihe von konkreten Schilderungen inneruniversitärer Vorgänge, die eindrücklich die entstandene Bedrohungslage aufzeigen. Der Band ergänzt deshalb die notwendige theoretische Auseinandersetzung mit dem problematischen Einfluss postkolonialer Ideologien durch praktische Einblicke.

Quelle:

«Ausnahmezustand – Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober. Zeugnisse von Betroffenen».

Von Julia Bernstein (Hrsg.), Alfred Bodenheimer (Hrsg.), Elisabeth Schilling (Hrsg.). Wallstein Verlag 2026.

Ergänzend zur problematischen Dominanz postkolonialer Theorien im Universitätsbereich und zu ihrem Einfluss auf antijüdische Strömungen:

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Kategorie: Buchtipps, Israel / Antisemitismus Stichworte: 7. Oktober 2023, Akademischer Antisemitismus, Aktivismus, Alfred Bodenheimer, Antiimperialismus, Antisemitismus, Aufklärung, CEU, Deutschland, Edward Said, Elisabeth Schilling, Franziska Sittig, Hamas, Hamas-Massaker, Harvard, Harvard-Univerität, Hochschulen, Ideologie, Ideologien, Ingo Elbe, Israelhass, Judenhass, Julia Bernstein, Noam Petri, Osama bin Laden, Österreich, postkoloniale Ideologien, postkoloniale Theorie, postkoloniale Theorien, Postkolonialismus, Schweiz, Terror, Universität, Universitäten, Wien

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